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Erläuterung der Etischen Grundsätze
Faszination Pferd
Über eine Million Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer sowie eine Vielzahl passiver Pferdefreunde beschäftigen sich mit dem Pferd. Die Begeisterung für das Pferd erstreckt sich auf alle Gruppen und Schichten unserer Gesellschaft.
Die Faszination Pferd wird subjektiv erlebt: Das Pferd bzw. Pony als Spielkamerad des Kindes, als treuester Freund der Jugendlichen, als Sportkamerad des ambitionierten Turnierreiters und -fahrers, als Freizeitpartner des Breitensportlers, als Therapeut des Kranken und Behinderten, als Arbeitspartner des Menschen und nicht zuletzt als Ergebnis engagierter züchterischer Bemühungen.
Alle Facetten des Umgangs mit dem Pferd spiegeln diese Erfahrung wider: Der Charakter des Pferdes ist vom Vertrauen zum Menschen sowie durch Lern- und Leistungsbereitschaft geprägt. Ohne diese Charaktermerkmale wäre die in Jahrtausenden vollzogene Entwicklung des Pferdes zum heutigen Sport- und Freizeitpartner des Menschen nicht vorstellbar.
Besonders die in Kindheit und Jugend erwachte Zuneigung zum Pferd bleibt in aller Regel ein Leben lang im Menschen verankert. Die Faszination Pferd ist mitunter so stark ausgeprägt, dass Menschen ihre gesamte Existenz, auch die wirtschaftliche, den Pferden widmen.
Der unmittelbare Kontakt des Menschen zum Pferd ist nicht allein ausschlaggebend für das Interesse am Pferd. Das Bewusstsein vieler Menschen, dass Pferde als natürliche Lebewesen in unsere Landschaft gehören und mancher landwirtschaftlich geprägten Region erst ihr typisches Gesicht verleihen, ist auch heute vorhanden, ebenso wie das Empfinden für Schönheit, Kraft, Eleganz und Ästhetik im Erscheinungsbild dieses Tieres.
Ästhetik ist eines der faszinierenden Merkmale des Pferdesports. Das von Harmonie zwischen Pferd und Mensch geprägte Bild, das nicht nur im Hochleistungssport, sondern auch im Freizeitsport immer wieder den Betrachter beeindruckt, ist das Ergebnis eines langen Prozesses, in dessen Verlauf Mensch und Pferd Vertrauen zueinander gewinnen.
Das Pferd nimmt in der Kulturgeschichte des Menschen eine herausragende Stellung ein. Erst das Pferd hat dem Menschen die Mobilität verschafft, die die Besiedlung entferntester Regionen und die Kultivierung ganzer Landstriche ermöglichte. Leistungen, besonders aber auch die Leiden des Pferdes im Kriegseinsatz, sollten hier nicht vergessen werden.
Die Wissenschaft konnte nachweisen, dass der Eohippos, die Urform des Pferdes, schon vor 60 Millionen Jahren gelebt hat – der Mensch dagegen keine fünf Prozent dieser Zeitspanne. Vor etwa 10.000 Jahren besiedelten Wildpferde den europäischen Kontinent. Vor vergleichsweise kurzer Zeit – erst um 3.000 v. Christus – vollzog sich eine tiefgreifende und folgenschwere Wandlung: Aus dem einstigen Beutetier Pferd entwickelte der Mensch das Reit- und Wagenpferd. Fortan wurde das Pferd als Arbeitstier genutzt und oftmals ausgenutzt.
Mit der zunehmenden Technisierung im Transportwesen, in der Landwirtschaft und auch in der Kriegsführung, begann für das Pferd eine grundlegend neue Ära. Seit mehreren Jahrzehnten teilt das Pferd nicht mehr die Arbeit, sondern die Freizeit mit dem Menschen.
Der Stellenwert des Pferdes in der Kulturgeschichte bleibt jedoch nach wie vor sichtbar. In vielen Staats und Länderinsignien ist das Pferd als Wappentier dargestellt. Die über Jahrhunderte währende, umfangreiche Darstellung des Pferdes in der Kunst belegt einmal mehr seine herausragende Bedeutung für den Menschen.
Zahlreiche Skulpturen, Stiche und Gemälde offenbaren ebenso wie die Lektüre der einschlägigenLiteratur von der Antike bis zur Neuzeit den hohen Ausbildungsgrad, den der Reiter mit seinem Pferd erreichte. Wenngleich der Ausbildungslehre zeitgeistbedingte Irrtümer unterliefen, so hat doch ein großer Teil aller Reitlehren auch heute noch in wesentlichen Punkten Gültigkeit. Die Werke großer Ausbilder von Xenophonbis Steinbrecht, also von 400 v. Christus bis ins 20. Jahrhundert, belegen dies anschaulich.
Heute ist das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd von partnerschaftlichem Miteinander in Sport und Freizeit geprägt. Ob Zucht, Haltung, Breiten- oder Leistungssport, alle Bereiche nehmen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert ein, der auch in der wirtschaftlichen Bedeutung zum Ausdruck kommt. Mehr als eine Million Pferde und Ponys und mehr als eine Million Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer repräsentieren eine Wirtschaftskraft mit Umsätzen in Milliardenhöhe. Allein in Deutschland sind schätzungsweise über 300.000 Arbeitsplätze direkt von Pferdezucht und Pferdesport abhängig.
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