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 01 Dezember, 2011

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Reiter-Verein Mannheim e.V.

„Polo ist eine Mannschaftssportart, bei der die auf Pferden reitenden Spieler einen Ball mit einem langen Holzschläger in das gegnerische Tor schlagen müssen. Jeder Spieler braucht im Wettkampf einen Polohelm mit optionalem Gesichtsschutz und mehrere Pferde zum Wechseln.“ So lautet die Definition des „Online-Lexikons“ Wikipedia. Die Spielabschnitte oder „Chuckker“ – vier pro Match – dauern jeweils sechseinhalb Minuten und sind reine Spielzeit, das heisst, bei Unterbrechungen wird die Uhr – wie zum Beispiel bei Basketball – angehalten.

Die Polospieler versuchen mit ihren „Sticks“, den Ball in das fünf Meter breite Tor zu schlagen. Als Torerfolg wird jeder Ball gerechnet, der zwischen den drei Meter hohen Torpfosten oder deren gedachter Verlängerungslinien – egal in welcher Höhe – hindurch geschlagen wird. Gespielt werden darf übrigens nur mit rechts, das Spielen mit der linken Hand ist weltweit nicht erlaubt.

„Der Schutz der Pferde ist die oberste Maxime des Polo-Regelwerks“, deshalb darf ein Pferd nicht in zwei aufeinander folgenden Chuckkers eingesetzt werden. Diese Regel macht es erforderlich, dass ein Spieler pro Turnier mit mindestens zwei Pferden anreisen muss. Jede mögliche Gefährdung eines Tieres führt zur sofortigen Unterbrechung des Spiels. Interessant ist, dass bei einem Sturz eines Spielers, wenn es nach Ansicht des Schiedsrichters kein schwerer Sturz war, das Spiel weitergeht.

Die Regeln lassen zu, dass Polo auf jedem beliebigen Pferd gespielt werden kann. Meist kommen jedoch speziell gezüchtete Polo-Ponys zum Einsatz, die überwiegend aus Argentinien stammen (Polo Argentino). Das Stockmaß dieser Polo-Ponys liegt in der Regel um 1,50 m. Zum grössten Teil werden Stuten verwendet. Nicht selten werden auch ehemalige Rennpferde „umgeschult“ und in Spielen verwendet oder es wird mit ihnen gezüchtet.

Die wichtigsten Polo-Regeln

Wer die Grundregeln kennt, findet sich auch als Polo-Neuling schnell ins Spielgeschehen ein. ARENA Polo hat etwas andere Regeln als der Sport auf dem größeren Rasenfeld.

Wegerecht

Das so genannte Wegerecht (Right of Way) ist die wichtigste und grundlegendste Regel im Polosport. Sie besagt, dass der Spieler, der seinem geschlagenen Ball auf gerader Linie folgt, oder als Erster ohne sichtbare Behinderung Anderer auf die Linie des rollenden oder fliegenden Balles einschwenkt, nicht von einem anderen Spieler gekreuzt werden darf, wenn dadurch der Spieler oder das Pferd gefährdet würde. Die Spieler, die nach dem ersten Spiel an die Linie des Balles kommen, müssen entweder mit deutlichem Abstand vorher anhalten oder sich – wie im Straßenverkehr – „einfädeln“.

Seitenwechsel

Oftmals verwirrend für Polo-Neulinge: Nach jedem Tor wechselt die Spielrichtung. Diese Regel stammt aus der Zeit, als englische Offiziere in der Abendsonne Indiens Polo spielten und die Spielrichtung gegen die untergehende Sonne ein echter Nachteil war.

Das Spielfeld

Das Polo-Spielfeld ist zirka 100 Meter lang und 50 Meter breit. Die Torpfosten, drei Meter hohe Stangen, stehen fünf Meter auseinander. Eine obere Begrenzung gibt es nicht. Als Torerfolg wird jeder Ball gerechnet, der zwischen den Pfosten oder den gedachten Verlängerungslinien der Pfosten – egal in welcher Höhe – hindurch geschlagen wird.

Das Handicap

Beim ARENA Polo wird das Handicap jedes Spielers um einen Zähler nach oben gesetzt. Das reguläre Handicap eines Spielers basiert auf den Leistungen einer vollen Polosaison und wird von einer Kommission nach internationalen Maßstäben bestimmt. Fast 90 Prozent der Spieler haben ein Handicap von 0 bis +2. Die Summe der Einzel-Handicaps ergibt das Gesamthandicap eines Teams. In einem Spiel erhält die Mannschaft mit dem niedrigeren Gesamthandicap eine doppelte Torvorgabe aus der Differenz der Teamhandicaps. Maximal werden vier Tore Unterschied gewährt.

Die Spielklassen

Zudem bestimmen die Teamhandicaps auch über die Einstufung der Mannschaften in die einzelnen Spielklassen: Low Goal bei -2 bis +2, Medium Goal von +4 bis +8, High Goal bei +10 bis +12.

Die Spielzeit

Ein Spiel besteht aus mindestens vier und höchstens acht Spielabschnitten, die Chukker genannt werden. In der Bundesrepublik werden meist vier Chukker gespielt. Bei ARENA Polo ist ein Chukker sechs Minuten und 30 Sekunden lang. Dies ist die reine Spielzeit. Bei Unterbrechung des Spiels wird die Uhr angehalten. Die Pausen zwischen den Chukker betragen etwa drei Minuten, nach dem Chukker etwa fünf Minuten. Seitenwechsel erfolgt nicht nur nach jedem Chukker, sondern auch nach jedem Torerfolg.

Die Schläge

Ähnlich wie im Tennis wird sowohl „Forehand“ als auch „Backhand“ geschlagen - und das auf beiden Seiten des Pferdes (rechte Seite: „Offside“, linke Seite: „Nearside“). Sowohl „Nearside“ als auch „Offside“ sind Vorhand- und Rückhandschläge, auch angeschnittene „Cut“-Schläge sind möglich. Schläge unter dem Hals des Pferdes nennt man „Neckshots“, Schläge hinter dem Rumpf „Tailshots“.

Das Team

Beim ARENA Polo besteht ein Team aus drei Spielern. Die Spieler können ihre Position kurzfristig wechseln, aber sie versuchen stets zu ihren Ausgangspositionen zurückzukehren, sobald ihnen das möglich ist. Der Spieler auf der Position 1 ist für den Angriff zuständig, Nummer 2 ist ein Mittelfeldspieler. Auf Position Nummer 3, die oftmals mit dem besseren Spieler besetzt ist, wird das Spiel von hinten aufgebaut, der Angriff unterstützt und die Verteidigung übernommen. Generell gibt es im Polosport keinen Torwart.

Der Schiedsrichter

Beim ARENA Polo hat der Schiedsrichter in der Mitte und am Rand des Spielfeldes die endgültige Entscheidung über das Spielgeschehen. Er wird unterstützt von einem Kollegen, der die Chukker von der Seite des Spielfeldes beobachtet.

Das Stickhaken ("Sticken")

Der gegnerische Spieler darf mit dem Stick am Schlag gehindert werden. Der angreifende Spieler versucht dabei, den Schlag des anderen zu stören oder zu unterbinden, indem er ihn mit seinem eigenen Stick behindert. Dies ist jedoch nur erlaubt, wenn der gegnerische Reiter nicht noch anderweitig behindert wird und sich der Ball zwischen den Pferden der beiden Spieler befindet. Dieses Haken ist nur bis zur Pferderückenhöhe erlaubt.

Das Abreiten

Ein Spieler darf einen anderen abdrängen, um diesen am Schlag zu hindern. Im Polosport heisst das "Abreiten". Der Winkel, aus dem der Zusammenprall ausgeführt wird, darf dabei jedoch nur so groß sein, dass für Reiter und Pferde keine gefährlichen Situationen entstehen. Beim ARENA Polo ist das Abreiten in die Bande nicht erlaubt.

Die Fouls

Im Falle eines Foulspiels (etwa dem Eindringen in das Wegerecht) darf die behinderte Mannschaft am Ort des Geschehens (On the Spot) einen Strafschlag (Penalty) ausführen. Ähnlich wie im Fußball oder im Eishockey kann ein Spieler wegen eines Foulspiels verwarnt und für einen Chukker oder gar vom ganzen Spiel ausgeschlossen werden. Das Eindringen in das Wegerecht eines anderen Spielers wird als Foul gewertet. In der Regel führt dieser Verstoß zu einem Strafschlag.

DPV

Weitere Informationen über das Regelwerk finden Sie auf der Homepage des Deutschen Poloverbandes: www.dpv-poloverband.de